Bolivien Hochland

Bolivienhilfe -
Unser neues Hilfsprojekt: Schulzentrum Caiza "D"

Partnerschaft in Bolivien mit dem  Schulzentrum  der Ortschaft  Caiza „D“ und der Pfarrei  „Santo Espiritu“ der  Ortschaft.

Nachdem unsere Hilfe in der Bergwerksstadt Uncia gut angekommen und nun nicht mehr notwendig ist, unterstützen wir jetzt in Bolivien im Ort Caiza „D“, der zum Bistum Potosi gehört, ein Schulzentrum mit Internaten für Mädchen und Jungen. Das Schulzentrum wird heute geleitet von Pater Julian; er ist rundum verantwortlich für den Schulbetrieb, die Vollversorgung mit Verpflegung und alle baulichen Einrichtungen, wie Gebäude, Plätze und Wege u.s.w. und auch für die Bereitstellung der notwendigen Geldmittel für den Unterhalt und Betrieb des Gesamtobjektes. Diese Geldmittel kommen von einem belgischen Schulverein und nur in verschwindend geringem Ausmaß vom Staat. Das Schulzentrum beschult Kinder von ca. 6 bis 16 Jahren. Je nach Jahrgangsstärke sind es etwa 700 bis 800 Kinder.

Pater Julian
Bild : Pater Julian


Caiza „D“ liegt etwa 54 km von Potosi entfernt. Potosi  ist die Silberstadt mit dem Cerro Rico, dem Silberberg. Aus ihm wird, zunächst von den Spaniern, seit Jahrhunderten bis heute Silbererz gefördert.

Der Silberberg
Bild 1 Cerro Rico   Der Silberberg


Potosi liegt auf 4000 m Höhe. Von Potosi führt die Fernstraße Ruta 1 Richtung Argentinien. Von ihr zweigt bei einer Siedlung Cuchu eine  Nebenstraße ab. Nach weiteren 18 km erreicht man schließlich Caiza „D“. Caiza „D“ liegt am Südostrand der kargen Hochebene des bolivianischen Altiplanos auf ca. 3200 Höhe in einer recht trostlosen Landschaft. Die Ortschaft ist der zentrale Ort des Cantons Caiza „D“ und hat ca. 1350 Einwohner. Der Ort war früher unbedeutend. Die Einwohner stanzen bis heute aus Silberblech künstlerisch gestaltete Artikel des täglichen Bedarfs, wie z.B. Silberlöffel und Silberteller. Geprägt ist der ganze Canton von kleinen, bäuerlichen Betrieben, die auf ihren steinigen Feldern  Kartoffeln und Mais pflanzen. Der Boden gibt nicht viel her. Die Armut ist auf dem Land ein ständiger Begleiter.
Caiza D
Bild 2: Bild der Ortschaft   Caiza „D“


Ein belgischer Pater, namens Santiago Mestrio Bruir, erkannte die Armut der Gegend und gründete mit Zustimmung des Bischofs von Potosi in Caiza „D“ eine Schule mit einem Internat für Jungen neben der Kirche „Espiritu Santo“. Kirche und Internat für Jungen liegen am zentralen Platz der Ortschaft. Die ersten Schüler waren Bauernkinder.

Pater Santiago Mestrio Bruir
Bild 3:  Pater Santiago Mestrio Bruir   

Kirche Santo Espiritu von Caiza D
Bild 4: Kirche  

Erstes Schulgebäude für Jungen 
Bild 5:  Erstes Schul- und Internatsgebäude für Jungen neben der Kirche 

heutiges Internat für Jungen  
Bild 6: Heutiges Jungenpensionat      

Portal Collegio PabloVI zur Sekundarschule                 
Bild 7: Portal der Sekundarschule  Collegio Pablo  VI  

Pausenhof    
Bild 8: Pausenhof

Es stellte sich bald heraus, dass auch für die Mädchen etwas getan werden musste. Eine Belgierin aus dem belgischen Schulverein, namens Godelieve Lia Vernack, gründete deshalb ein Mädchen-Internat am Rande des Ortes. 

Senora Godelieve Lia Vernack
Bild 9: Schwester Lia Vernack 

Teil des Mädchen Pensionats
Bild 10: Mädchenpensionat

Mädchengruppe
Bild 11: Mädchengruppe


Die Schule gewann durch erfolgreiche Schulabschlüsse einen guten Ruf landesweit. So wuchs die Schule, die heute aufgeteilt ist in Kindergarten (4-6), Primarstufe (6-11) und Sekundarstufe (11-16). Die Kinder werden auch ausgebildet im Schreibmaschineschreiben und in die Computertechnik. Die Geräte sind nach unserem Ermessen erschreckend veraltet. Aber zum Lernen genügen sie. Ein Erfolgsrezept dieses Schulzentrums ist die private Finanzierung durch den belgischen Schulverein und damit die Möglichkeit, die Lehrer/Lehrerinnen selbst auszuwählen und zu Verhaltensregeln zu verpflichten. Besonders wichtig ist die Verpflichtung, nicht zu streiken und auf strenge Disziplin zu achten. Wer von Lehrern oder Schülern aus diesen vorgegebenen Rahmen ausbricht, muss das Schulzentrum verlassen.
Zu den Lernpflichten gehören am Nachmittag die gemeinschaftlichen, von Lehrern/Lehrerinnen überwachten Schularbeiten. Die Schularbeiten werden von den Lehrkräften durchgesehen. Der tägliche Weg von einer Aktivität zur anderen erfolgt in geordneten Gruppen.

Gemeinsame Schularbeiten
Bild 12: gemeinsame Schularbeiten der Jungen

Gemeinsame Schularbeiten Mädchen
Bild 13: gemeinsame  Schularbeiten der Mädchen

Alle nicht handwerklichen Tätigkeiten im Schulzentrum müssen die Kinder erbringen. Das beginnt mit dem täglichen Reinigen der Essräume, dem Geschirrdienst mit Tischdecken, Tischabräumen, Geschirrspülen, und geht weiter mit Lebensmittel in die Küchen schaffen. Am Samstag ist Reinigungstag in allen Gemeinschaftsräumen, Fluren, Höfen u.s.w. Überall trifft man mit sichtlicher Fröhlichkeit fegende Kinder. Am Sonntag ist Waschtag. Die Kinder waschen ihre persönliche Kleidung.

Mädchen mit Besen
Bild 14 : Mädchen mit Besen     

Jungen mit Lebensmittelkarre   
Bild 15: Junge mit Lebensmittelsäcken auf einer Karre


Interessant ist, dass alle Lehrer/Lehrerinnen des Schulzentrums derzeit aus dem Kreis der Schüler hervorgegangen und dass alle Lehrer/Lehrerinnen Kinder von Bauern der Umgebung sind.
Wenn die Schüler auch weiterhin überwiegend Kinder von Bauern sind,  kommen aber auch einige aus dem ganzen Land, sogar aus dem weit entfernten Santa Cruz. Nicht alle Schüler können in den Internaten wohnen. Schüler, die von besser verdienenden Eltern nach Caiza „D“ geschickt werden, wohnen in Privatquartieren. 
Die Lebensmittelversorgung eines Schulzentrums von 700 bis 800 Kindern mit Vollverpflegung ist eine große logistische Herausforderung. Sie  verlangt soweit wie möglich Eigenversorgung und Bevorratung. Haltbare Grundnahrungsmittel wie Reis, Mehl, Zucker, Öl werden in Jahresmengen eingekauft und in großen Speichern gelagert.

Säcke mit Vorräten
Bild 16: In Säcken gestapelte Vorräte

Kannister mit Öl
Bild 17: Ölkanister mit Speiseöl

Kartoffeln und Tomaten werden kontinuierlich eingekauft.


Kartoffeln
Bild 18: Kartoffeln


Die Fleischversorgung übernimmt die Schule teilweise selbst in ihren Stallungen.

Eigene Schweine
Bild 19:  Schweine

eigene Hühner
Bild 20: Hühner

eigene Kanninchen
Bild 21: Kaninchen


Mit der Fremdversorgung mit frischem Gemüse ist es anders. In der Höhenlage von 3200 m hat die Bevölkerung traditionell kein Interesse an frischem Gemüse und baut dieses nicht an. Pater Julian liegt aber eine gesunde Ernährung der Kinder mit Gemüse sehr am Herze;  er hat es sich zum Ziel gesetzt, dem Desinteresse der Bevölkerung zu begegnen mit der Eigenerzeugung von frischem Gemüse. Bei 700 bis 800 Kindern ist das für die tägliche Versorgung eine große Herausforderung; er baut auf mehreren Gemüseländereien verschiedene Gemüse an, wie Blattsalat, Pflücksalat, Blumenkohl, Brokkoli, Paprika, Zwiebeln, Porree und manches mehr. Er hat uns, den Weltladen und die Boliviengruppe in  Buchholz gebeten, hier durch eine Verbesserung der Anbaubedingungen zu helfen. Er hat größere  Gemüseanbauflächen sowohl im Freiland als auch in Gewächshäusern. Die Gewächshäuser sind versenkt in den Erdboden, sodass man nur die Dächer sieht. Die Fruchtfolge lässt sich durch das Tieferlegen der Anbaufläche in den Erdboden merklich erhöhen. 
Die Abdeckung der Gewächshäuser erfolgte bisher mit Folien, die nicht UV-Strahlen beständig sind. Wir haben UV-Strahlen beständige, gelbfarbene  Calamin-Wellplatten  bezahlt, die nun eines der Gewächshäuser abdecken.

Gemüsefeld mit abgesenktem Gewächshaus
Bild 22: Gemüsefeld mit versenktem Gewächshaus  

Gewächshaus von innen
Bild 23: Im Boden versenktes Gewächshaus  von innen

Dachabdeckung mit Calamin-Platten
Bild 24: Dachdeckung mit Calamin-Platten


Nun können in rascher Wuchsfolge im Sommer und Winter schnellwüchsige Gemüse, wie Salate, gezogen und geerntet werden. 

Gemüsevorrat
Bild 25: Gemüsevorrat      

Kohlköpfe
Bild 26: Kohlköpfe 

Blumenkohl
Bild 27: Blumenkohl


Ein anderes Projekt war bisher die Errichtung einer Mauer am Rande eines Freizeithofes am Internat für Jungen zu einer Nebenstraße. Sie soll die Kinder vor den heftigen Winden zur Winterzeit schützen.

Begrenzungsmauer für den Freizeithof
Bild 28: Begrenzungsmauer für den Freizeithof.

Der Schulunterricht ist nach Aussagen von Pater Julian vielseitig. Außer regulärem Schulunterricht und Sport gibt es auch Unterricht in Schreibmaschine Schreiben und Computer. 

Sport in der Sporthalle
Bild 29: Sport in Sporthalle

Schreibmaschinen Lehrraum
Bild 30: Schreibmaschinenraum

Computer Lehrraum
Bild 31: Computerraum


Es sind alles alte Maschinen und Geräte, mit denen hier niemand mehr arbeiten möchte. Aber für das Lernen in Caiza „D“ erfüllen sie ihren Zweck.
Ein anderer Hilfsrahmen sind Stipendien. Kinder armer Eltern zahlen nur ein geringes Schulgeld, das auch durch Lieferung von selbst erzeugten Naturalien ersetzt werden kann. Armen Kindern, die die Schule erfolgreich abschließen und nicht das Geld zum Studieren haben, helfen wir mit Stipendien.

Eltern mit Stipendiaten
Bild 32: Eltern mit Stipendiaten

Der  Weltladen und die Boliviengruppe freuen sich, wenn Sie die Schulen und die Kinder in Caiza „D“ mit einem Beitrag unterstützen.

Für Weltladen und Boliviengruppe Fritz Kupfermann

 

Ansprechpartner

Fritz Kupfermann

Tel: 04105 7409
kupfermann.eckel@t-online.de


Kath. Pfarrbüro St. Petrus
Lüneburger Str. 23
21244 Buchholz
Tel:04181 98037
Fax:04181 98038

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